Der Tag der Wahrheit ;)

Um es nicht zu spannend zu machen: Ja, meine Eigendiagnose wurde mir am Donnerstag von einer Fachärztin bestätigt und ich bin jetzt Asperger-Autistin mit Auzzeichnung 😉
Vier ganze Monate habe ich auf den Termin gewartet, mich wahnsinnig gemacht, ob ich mir das alles nur einbilde und hatte immer wieder Zweifel. Schließlich bin ich ja mein ganzes Leben lang nur “Ich” gewesen, wie die Sache von Außen betrachtet aussieht war mir nie so ganz bewusst, dass ich “anders” bin allerdings schon 😉

Ich muss das jetzt erstmal sacken lassen, aber ich fühle mich irgendwie ausgeglichener und bin sehr erleichtert. Vielleicht wird am Ende ja doch alles gut 🙂

Bis bald!

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Was mache ich eigentlich?

Nun habe ich mich eine Zeit lang nicht gemeldet. Dazu muss ich allerdings anmerken, dass ich in meinem Leben kaum einen Blog, oder eine Internetseite von mir so regelmäßig gepflegt habe, wie diesen Blog 😉

Meine Mutter sagte früher immer gerne, dass ich in Phasen lebe, die ich dann abrupt beende. Für mich war das logisch, denn irgendwann hatte ich ein Level erreicht, dass mir “gereicht” hat oder aber mir ist einfach der “Spaß” abhanden gekommen. Dafür habe ich allerdings nie viel Verständnis geerntet. Und ,um den Bogen zum “nicht melden” wieder hinzubekommen, momentan “erlaube” ich mir mein Eichhörnchen-Dasein und schaue nochmal, was genau mir Freude bereitet, ganz ohne die “kann man doch nicht…” und “das ist doch Zeitverschwendung” Gedanken in meinem Kopf zu Wort kommen zu lassen. Das ist wesentlich kraftzehrender, als es klingt 😉

So bin ich zum Beispiel darauf gestoßen, dass ich mein geliebtes Hobby “CDs hören” im Rausch der neuen Möglichkeiten aus den Augen verloren habe. Musik war immer wahnsinnig wichtig in meinem Leben und hat mich auf vielen Wegen begleitet. Und ich habe es durchaus zelebriert eine neue CD zum ersten Mal zu hören, währenddessen saß ich meist direkt vor meinen Boxen und habe das Booklet durchgeblättert und war schwer entäuscht, wenn die Lyrics nicht abgedruckt waren (Ja, ich singe gerne mit =) ) Und das ging mit Spotify und MP3 natürlich sehr schnell unter (Ich war sogar so doof meine schöne Anlage vor ein paar Jahren zu verkaufen!)

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich entdecke alte/neue Hobbys und werde mich mal demnächst auf die Suche nach einem CD-Player machen 🙂

Dieses HIN und HER!

Ich ärgere mich in letzter Zeit wieder sehr viel über mich selbst. Mein Tun und Denken schwankt einfach hin und her, ohne mal im grünen Bereich Pause zu machen. Gestern habe ich meinem Liebsten davon erzählt, nicht, weil er es nicht eh wissen würde (er kennt mich schließlich schon ein paar Jahre), sondern weil ich endlich den Grund gefunden habe, warum ich mir noch so wackelig auf den Beinen vorkomme. Mein Leben schwankt! Und das ganz ohne Alkohol! 😉
Es gibt Tage, da bin ich nicht sehr sensibel, was Reize angeht und kann durchaus Spaß an einer größeren Veranstaltung haben und an anderen Tagen möchte ich meinen Hund am liebsten aus dem fenster werfen, weil er zu laut atmet… Weder das eine noch das andere ist ein Problem für sich genommen, schließlich habe ich meine Ohrstöpsel, meine Sonnenbrille und co., doch dieses Schwanken geht mir auf den Keks. Aber damit muss ich mich wohl arrangieren 🙂

 

Brennen ist okay, aber warum gerade Hamburg?

Der Titel ist mein einziger Kommentar, den ich als ehemaliger Dreckshippie, zu G20 und Co. abgeben werde. Eigentlich soll es um was anderes gehen, aber die Überleitung vom letzten Post war zu schön 😉

Im Juni habe ich mich tatsächlich gleich zwei Mal auf eine öffentliche Veranstaltung in der großen Stadt verirrt, die es von mir verlangten, sich mit einer Gruppe >20 in einem Raum aufzuhalten. Großartige Ausnahme Nummer Eins waren die vier Kerle von “Asperger’s Are Us” . Ich hatte eine Woche vorher, durch Zufall (ich zappte gelangweilt durch die Doku-Abteilung von Netflix), die Dokumentation über diese Comedy Truppe gesehen. Und dann fand ich wieder durch einen Zufall (hach, Zufälle sind großartig) heraus, dass Sie in meiner Stadt auftreten werden. Auf ihrer ersten Europa Tournee!
Aber genug von meiner Begeisterung über diverse Zufälle. Der Abend war verdammt anstrengend, aber lohnenswert (wenn man den Humor der vier teilt, nichts für zarte Gemüter 😉 ). Den zweiten, verdammt anstrengenden, Abend bescherte mir der werte Herr Max Uthoff. Uneingeschränkte Empfehlung meinerseits 🙂 Da gibt es auch eine längere Geschichte zu, aber ich habe grad nicht die Muße sie aufzuschreiben.

Und immer wieder die faszinierende Beobachtung: Wirklich viele Menschen (meiner Beobachtung nach sicher >50%) haben Spaß daran, sich in großen, lauten Gruppen in viel zu stickigen Räumen, bei überteuerten Getränken irgendwas ins Ohr zu schreien…oder rumzustehen, gerne im Weg. Ich habe wichtigeres zu tun 😉
Zum Beispiel die Wahl des Sitzplatzes (Freie Platzwahl ist die Hölle! 😉 ). Nur ein Sitznachbar, möglichst nah an der nächsten Tür, am besten in der letzten Reihe. Alles andere ist suboptimal und macht die Sache gleich unspaßiger.

Fazit: Ja, ab und an verlasse ich meine Höhle, aber nur zu handverlesenen Veranstaltungen 😉

Die Welt brennt…

Meine Laune hat einen kleinen Tiefpunkt erreicht. Ohne die verschriebenen Drogen wird mir das ganze Ausmaß des Zustands der welt noch mehr bewusst. Im Grunde logisch, dass man da mal seine gute Laune verlieren kann. Die Frage ist nur: Wo finde ich sie wieder?

Ich habe immer mehr das Bedürfniss mich aus der Gesellschaft zurück zu ziehen. Meine Meinung und mein Wissen zählen dort keinen Cent und es liegt einfach zu viel im Argen. Aber wohin? Ich darf nichteinmal umziehen, ohne mich mit irgendwelchen Staatsknechten auseinender zu setzen. Alles ist geregelt…und ich möchte doch einfach nur meine Ruhe 😦

Störung? Behinderung?

Ein Freund von mir sagt gerne: “Ich bin nicht behindert, ich werde behindert” Es hat mich schon oft sauer gemacht, dass er von der Gesellschaft als “krank” oder “gestört” bezeichnet wird, doch jetzt wo mir klar wird, dass diese Menschen auch mich damit meinen, hat das Level von sauer einen Höchststand erreicht. Ich muss noch schauen, wo ich mit diesen Gefühlen bleiben kann.

Mein erster Horrortrip.

Danke dafür, liebe Pharmaindustrie! Hätte ich auch prima drauf verzichten können. Seit Samstag nehme ich nun kein Venlafaxin mehr und ja, da hatte meine Therapeutin leider Recht, der Schritt auf Null ist der härteste. Im großen Ganzen hatte ich Glück mit den Absetzerscheinungen, nur etwas Übelkeit, viel Schwindel und seit kompletter Abstinenz auch die wunderbaren “Brain Zapps” (ja, das war ironisch gemeint).

Aber was ich gestern erlebt habe übertrifft es. Mir war so schwindelig aufgrund der Zapps, dass ich mich ins Bett legen musste. Mir war kalt, ich hatte eine Art Schüttelfrost und die Brain Zapps kamen gefühlt alle paar Sekunden. Und dort passierte es auf einmal, ich hatte unglaubliche Angst, der Raum stand auf dem Kopf, ich wollte schreien, um Hilfe rufen,  aber mein Mund bewegte sich nicht…zum Glück kam mein Freund kurz darauf ins Schlafzimmer, weil er nach mir schauen wollte und konnte mich beruhigen. Ich dachte wirklich für ein paar Minuten: Das war’s, jetzt bist du durch, verrückt, ein Fall fürs Heim. Nachdem mir versichert wurde, dass ich nicht irre bin und nicht ins Heim muss konnte ich mich langsam wieder beruhigen. Das war ungelogen eines der fiesesten Erlebnisse meines Lebens.

Meine Theorie, dass es sich quasi um den Tiefpunkt handelte, scheint sich zu bewahrheiten, denn seitdem wird es besser und heute geht es mir recht gut, auch wenn die Absetzsymptome noch immer da sind. Ich freue mich aufs Verschwinden, dann kann ich endlich wieder Auto fahren 🙂

Frau Wombat

Goodbye and thanks for … nothing.

Heute ist der erste offizielle Tag ohne Venlafaxin. Ich fühle mich psychisch prächtig, wenn auch intellektuell etwas angriffslustig 😉 Gestern bin ich zum ersten Mal, seit ich angefangen hatte mit Ausschleichen, wieder Auto gefahren 🙂 Zwar nur zum Einkaufen und einmal kurz durchs Viertel, aber es war wunderbar. Ich hatte mir nämlich Sorgen gemacht, ob meiner visuellen Kapazitäten. Aber es ist noch immer genauso entspannend wie vorher, vielleicht sogar noch mehr (was aber auch an der Zwangspause liegen könnte 😉 )

Auf ein ins Leben frei von Venlafaxin! 😉

Frau Wombat

Bye bye Venlafaxin…Hallo Welt?

Nach fast 10 Jahren Venlafaxin bin ich grad im Endspurt zu “Drogenfrei”!

Nachdem ich herausgefunden habe in welche Ecke ich gehöre wurde der Wunsch in mir nochmal sehr stark, dass Zeug endlich los zu werden. Es war nicht der erste Versuch in den ganzen Jahren, aber ich hatte Angst. Angst ein psychischen Wrack zu sein ohne meine Pillen. Und ich hatte Angst vor den viel zitierten Absetzsymptomen die ich leider schon kennenlernen durfte (Damals hatte ich kein Geld, um die Zuzahlung für die Tabletten zu leisten und hatte einen drei Tage langen kalten Entzug…).

Aber dieses Mal fühlte es sich richtig an. Die grundlegende Verwirrung meines Lebens ist weg. Ich verstehe wie ich funktioniere, warum mir vieles so schwer fällt, das andere anscheinend “mit Links” hinbekommen. Von 150mg bin ich jetzt  auf 37,5mg geschlichen. Die Absetzsymptome halten sich in Grenzen (leichte Kopfschmerzen, ab und an Übelkeit und Bauchweh) und meine Wahrnehmung verändert sich. Die Welt hat mehr Farbe, mehr Kontrast, aber sie ist leider auch etwas lauter.

Ich bin gespannt was da noch kommt 🙂

Where to begin?

I never thought about myself as a writer. I don‘t know the rules to all this and never managed to learn them properly. Naturally I’ve read books about it … creating a plot, creating characters and so on. But I am not able to write like this.
I like rhetorical questions, a lot more than they are good for a nice book or a readable article. But when you spent your whole life, trying to understand how your brain, your mind, how YOU and the world around you work, then most of the time you are left there, in your brain, with a lot of questions you maybe never can answer.
Like, do you consider yourself as a crazy person? Maybe you do (the fact your reading this may be a sign) but who defines it? All my life (to be honest just 33 years on this planet, yet) I was the „different“ one. A rather quiet and happy child, with too good of a feeling for other creatures, humans animals or plants. Very soon in my life I learned that not everything can be fixed. A lot of things can, but when my guinea pig died, it was gone. Living with a lot of pets at home taught me more than I ever thought.

Mein Englisch ist nicht perfekt, mein Deutsch allerdings auch nicht (und mit den anderen Sprachen möchte ich hier jetzt garnicht anfangen 😉 ) und es gibt Dinge, über die ich besser auf Englisch schreiben kann.

Frau Wombat