Störung? Behinderung?

Ein Freund von mir sagt gerne: “Ich bin nicht behindert, ich werde behindert” Es hat mich schon oft sauer gemacht, dass er von der Gesellschaft als “krank” oder “gestört” bezeichnet wird, doch jetzt wo mir klar wird, dass diese Menschen auch mich damit meinen, hat das Level von sauer einen Höchststand erreicht. Ich muss noch schauen, wo ich mit diesen Gefühlen bleiben kann.

Mein erster Horrortrip.

Danke dafür, liebe Pharmaindustrie! Hätte ich auch prima drauf verzichten können. Seit Samstag nehme ich nun kein Venlafaxin mehr und ja, da hatte meine Therapeutin leider Recht, der Schritt auf Null ist der härteste. Im großen Ganzen hatte ich Glück mit den Absetzerscheinungen, nur etwas Übelkeit, viel Schwindel und seit kompletter Abstinenz auch die wunderbaren “Brain Zapps” (ja, das war ironisch gemeint).

Aber was ich gestern erlebt habe übertrifft es. Mir war so schwindelig aufgrund der Zapps, dass ich mich ins Bett legen musste. Mir war kalt, ich hatte eine Art Schüttelfrost und die Brain Zapps kamen gefühlt alle paar Sekunden. Und dort passierte es auf einmal, ich hatte unglaubliche Angst, der Raum stand auf dem Kopf, ich wollte schreien, um Hilfe rufen,  aber mein Mund bewegte sich nicht…zum Glück kam mein Freund kurz darauf ins Schlafzimmer, weil er nach mir schauen wollte und konnte mich beruhigen. Ich dachte wirklich für ein paar Minuten: Das war’s, jetzt bist du durch, verrückt, ein Fall fürs Heim. Nachdem mir versichert wurde, dass ich nicht irre bin und nicht ins Heim muss konnte ich mich langsam wieder beruhigen. Das war ungelogen eines der fiesesten Erlebnisse meines Lebens.

Meine Theorie, dass es sich quasi um den Tiefpunkt handelte, scheint sich zu bewahrheiten, denn seitdem wird es besser und heute geht es mir recht gut, auch wenn die Absetzsymptome noch immer da sind. Ich freue mich aufs Verschwinden, dann kann ich endlich wieder Auto fahren 🙂

Frau Wombat

Goodbye and thanks for … nothing.

Heute ist der erste offizielle Tag ohne Venlafaxin. Ich fühle mich psychisch prächtig, wenn auch intellektuell etwas angriffslustig 😉 Gestern bin ich zum ersten Mal, seit ich angefangen hatte mit Ausschleichen, wieder Auto gefahren 🙂 Zwar nur zum Einkaufen und einmal kurz durchs Viertel, aber es war wunderbar. Ich hatte mir nämlich Sorgen gemacht, ob meiner visuellen Kapazitäten. Aber es ist noch immer genauso entspannend wie vorher, vielleicht sogar noch mehr (was aber auch an der Zwangspause liegen könnte 😉 )

Auf ein ins Leben frei von Venlafaxin! 😉

Frau Wombat

Bye bye Venlafaxin…Hallo Welt?

Nach fast 10 Jahren Venlafaxin bin ich grad im Endspurt zu “Drogenfrei”!

Nachdem ich herausgefunden habe in welche Ecke ich gehöre wurde der Wunsch in mir nochmal sehr stark, dass Zeug endlich los zu werden. Es war nicht der erste Versuch in den ganzen Jahren, aber ich hatte Angst. Angst ein psychischen Wrack zu sein ohne meine Pillen. Und ich hatte Angst vor den viel zitierten Absetzsymptomen die ich leider schon kennenlernen durfte (Damals hatte ich kein Geld, um die Zuzahlung für die Tabletten zu leisten und hatte einen drei Tage langen kalten Entzug…).

Aber dieses Mal fühlte es sich richtig an. Die grundlegende Verwirrung meines Lebens ist weg. Ich verstehe wie ich funktioniere, warum mir vieles so schwer fällt, das andere anscheinend “mit Links” hinbekommen. Von 150mg bin ich jetzt  auf 37,5mg geschlichen. Die Absetzsymptome halten sich in Grenzen (leichte Kopfschmerzen, ab und an Übelkeit und Bauchweh) und meine Wahrnehmung verändert sich. Die Welt hat mehr Farbe, mehr Kontrast, aber sie ist leider auch etwas lauter.

Ich bin gespannt was da noch kommt 🙂

Where to begin?

I never thought about myself as a writer. I don‘t know the rules to all this and never managed to learn them properly. Naturally I’ve read books about it … creating a plot, creating characters and so on. But I am not able to write like this.
I like rhetorical questions, a lot more than they are good for a nice book or a readable article. But when you spent your whole life, trying to understand how your brain, your mind, how YOU and the world around you work, then most of the time you are left there, in your brain, with a lot of questions you maybe never can answer.
Like, do you consider yourself as a crazy person? Maybe you do (the fact your reading this may be a sign) but who defines it? All my life (to be honest just 33 years on this planet, yet) I was the „different“ one. A rather quiet and happy child, with too good of a feeling for other creatures, humans animals or plants. Very soon in my life I learned that not everything can be fixed. A lot of things can, but when my guinea pig died, it was gone. Living with a lot of pets at home taught me more than I ever thought.

Mein Englisch ist nicht perfekt, mein Deutsch allerdings auch nicht (und mit den anderen Sprachen möchte ich hier jetzt garnicht anfangen 😉 ) und es gibt Dinge, über die ich besser auf Englisch schreiben kann.

Frau Wombat

Heureka!

Heureka ist altgriechisch (εὕρηκα) und heißt „Ich habe [es] gefunden“. Der Spruch ist vor allem im Zusammenhang mit Archimedes von Syrakus überliefert und bekannt. Grammatisch handelt es sich um die 1. Person Singular Indikativ Perfekt Aktiv von εὑρίσκειν „finden“. (Quelle: Wikipedia)

Genau dieser Ausruf hüpfte durch mein Hirn, als am 9.5.2017 der Groschen fiel: Ich bin eine “hochfunktionale Asperger Autistin”! Um genau zu sein würde ich eher behaupten, dass ich irgendwo im autistischen Spektrum unterwegs bin, aber auf Diagnosen lege ich schon lange keinen Wert mehr (das Thema wird sicher nochmal auftauschen…).

Warum freue ich mich also darüber, NOCHEINE Diagnose zu bekommen? Ganz einfach zu erklären und ich denke jeder Mensch (oder gerade auch die Frauen und Mädchen) im Autismus-Spektrum wird mir Recht geben: Ich war immer anders, immer am Rand stehend, habe mich andauernd gefragt: “Warum machen Menschen sowas?”, “Was soll das?”
Und warum, zum Henker, scheint “den Anderen” das alles so leicht zu fallen?

Ich hatte mich damit abgefunden irgendwie falsch zu sein, krank, unbrauchbar.
Meiner momentanen Therapeutin war die Festlegung der Diagnose zum Glück recht egal und wir einigten uns darauf, dass sie mich aufgrund einer “Borderline Persönlichkeitsstörung” behandelt, da ich diese Diagnose am längsten mit mir herumschleppe. Sie half, und hilft mir noch immer, darauf zu schauen, was ICH brauche damit es mir gut geht. Und genau dadurch bin ich immer mehr in Richtung Autismus gerutscht, wenn ich auf der Suche nach Menschen war, denen es ähnlich geht und die mich verstehen.

Bei meiner “Selbstfindung” haben mir besonders die Erfahrungen anderer Asperger Frauen geholfen, ganz besonders der Blog der Autorin Marion Schreiner (Denkmomente) und die Comics vom Fuchskind.

Deshalb möchte ich gerne meine Geschichten erzählen und meine Gedanken teilen, in der Hoffnung, eventuell auch anderen Menschen damit helfen zu können. Und natürlich für meine persönliche Katharsis 😉

Es grüßt

Frau Wombat